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Editorial

Die INTEGRA Holding AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, welche zu mindestens 80 % von der ORGU Stiftung mit Sitz in Sarnen, Kanton Obwalden, gehalten wird. Der Stiftungszweck hält im Wesentlichen fest:

● Die Unabhängigkeit der INTEGRA Holding AG ist sicherzustellen.
● Die erarbeiteten Gewinne sind in innovative Unternehmen zu    reinvestieren.

Verwaltungsrat der INTEGRA Holding AG bei der INTEGRA Engineering India

 

Als ausführendes Organ der ORGU Stiftung ist es die Aufgabe der INTEGRA Holding AG, die Werte der INTEGRA Gruppe unter Wahrung des Stiftungszweckes aktiv und mit Weitsicht weiterzuentwickeln.

Mit grosser Freude dürfen wir auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Nur ein Jahr nach der grossen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise konnte die INTEGRA Gruppe das beste Ergebnis ihrer jüngeren Geschichte erzielen. Die INTEGRA Gruppe steht dabei nicht alleine da. Viele Firmen haben in der Krise die Chance genutzt, ihre Strukturen zu bereinigen und sich für die unmittelbare Zukunft fit zu trimmen.

Trotz weit verbreiteter Rekordresultate ist es jedoch nicht angebracht, in eine Euphorie auszubrechen. Diverse nur schwer beeinflussbare Faktoren bringen immer schwerer kalkulierbare Risiken mit sich. Dies als Resultat der durch die moderne Informations- und Kommunikationstechnologie erst ermöglichten Globalisierung. Durch diese können neue Wachstumsmärkte, Lieferantenquellen oder gar Technologien in anderen Regionen und Märkten, zu welchen wir eigentlich keine natürliche Affinität haben, erschlossen werden. Der Einfluss von nicht direkt beeinflussbaren Chancen, aber auch Risikofaktoren mit einer eigenen Dynamik, nimmt entsprechend zu. Diese Kombination macht ein äusserst flexibles und permanentes Anpassen der Unternehmungen an die gegebenen Umstände immer wichtiger. Die Ansprüche an das Management nehmen als Folge davon laufend zu. Es wird immer wichtiger, die langfristige strategische Planung während der Umsetzung permanent kritisch zu hinterfragen. Fehlende Wachsamkeit oder ein kurzes Innehalten können rasch zu kritischen Situationen oder entgangenen Chancen führen.

Durch die fortschreitende weltweite Vernetzung werden vermeintlich lokale
Geschehnisse, wie der Vulkanausbruch in Island, schnell zu einem globalen Ereignis. So wurde während Tagen der gesamte europäische Flugverkehr, aufgrund einer sich über Europa ausbreitenden Vulkan-Aschewolke, lahm gelegt. Die Folgen davon waren allerdings weit über Europa hinaus zu spüren. So mussten zum Beispiel diverse Firmen ihre Produktionen vorübergehend einstellen, da durch die Lahmlegung der Flugverbindungen auch die Logistikketten unterbrochen wurden und der Nachschub von kritischen Komponenten versiegte. Der Einfluss dieses Ereignisses war zum Glück nur von vorübergehender Bedeutung. Anders verhält es sich jedoch mit Naturkatastrophen wie den Erdbeben in Haiti und der Sintflut, welche in Pakistan eine Fläche so gross wie die Schweiz, Österreich und Belgien kombiniert überschwemmt hat. Sie können ganze Regionen auf lange Frist komplett verändern. Es dürfte auch heute noch nicht abzuschätzen sein wie lange es dauert, bis sich Pakistan oder Haiti von diesen Ereignissen erholt haben werden. Bei solchen Katastrophen sind die internationale Gemeinschaft, aber auch die Wirtschaft schlicht weg überfordert. Die Statistiken der grossen Versicherer zeigen, dass solche Ereignisse in den letzten Jahren immer mehr zugenommen haben. Es dürfte somit eine Frage der Zeit sein, bis solche Geschehnisse Regionen von globaler wirtschaftlicher Bedeutung heimsuchen.

Nebst durch die Menschheit nicht beeinflussbaren Faktoren, führen politische Entwicklungen zu mindestens so schwer berechen- und kontrollierbaren Entwicklungen. Grosse Verwerfungen an den Geld- und Kapitalmärkten haben uns dies deutlich aufgezeigt. Der Kurszerfall des Euro wie auch des US Dollars, respektive der anhaltend starke Schweizerfranken, sind für die Schweizer Wirtschaft alles andere als förderlich. Nicht nur werden unsere Produkte in den Exportländern absolut teurer, sie werden auch gegenüber der Produkte unserer Konkurrenten aus den USA und Europa relativ teurer. Es ist kaum anzunehmen, dass diese Entwicklung nur von kurzer Dauer ist. Sowohl die USA wie auch Europa dürften kein Interesse an wieder erstarkten Währungen haben.

Schwache Währungen helfen die Wirtschaft anzukurbeln und vereinfachen durch die Inflation den Abbau der erdrückenden Schuldenlast. Es muss also davon ausgegangen werden, dass die Herausforderungen in den nächsten Jahren auch für uns zunehmen werden.

Dank dem, dass wir schon vor der grossen Krise unsere Strukturen angepasst und auf die Zukunft ausgerichtet haben, konnten wir das letzte Jahr mit einem Rekordergebnis abschliessen. So konnte die konsolidierte Betriebsleistung um 13 % auf CHF 137,0 Mio., der EBIT gar um 77 % auf CHF 19,6 Mio. gesteigert werden. Zu diesem Ergebnis haben mit Ausnahme der INTEGRA Indien alle unsere Unternehmen beigetragen. Besonders grosse Freude haben uns die Aquametro Gruppe wie auch die INTEGRA Biosciences Gruppe gemacht. Beide Firmen konnten mit 15 % resp. 30 % ihre Betriebsleistung überdurchschnittlich steigern. Dieses Wachstum wurde beinahe ausschliesslich im Ausland erzielt. Doch auch die SIGNAL AG, welche kaum international tätig ist, konnte die Betriebsleistung um über 5 % steigern. Die INTEGRA Biosciences Gruppe schaffte es, das erste Jahr nach der Fusion mit der VIAFLO klar über den hochgesteckten Erwartungen abzuschliessen.

Enttäuschend hat sich einzig die INTEGRA Indien entwickelt, die es leider nicht schaffte, an die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre anzuknüpfen und die ambitiösen Ziele verfehlt hat. Die Betriebsleistung hat lediglich unterdurchschnittlich zugenommen. Operative Verluste haben uns gezwungen, kurzfristige Korrekturmassnahmen einzuleiten. Trotz der ernüchternden Resultate sind wir ungebrochen optimistisch, was das Wachstumspotential in diesem Land betrifft. Gegen Ende des Jahres konnten langwierige Verhandlungen zur Übernahme der Aktienmehrheit der Schlafhorst Engineering India erfolgreich abgeschlossen werden. Mit dieser Übernahme haben wir uns in dieser aufstrebenden Region strategische Land- und Produktionsreserven in grossen Massen erschlossen.

Ich bin überzeugt davon, dass wir für die Zukunft gut positioniert sind. Neue, jedoch noch unbekannte Herausforderungen werden uns in den kommenden Jahren beinahe mit Sicherheit beschäftigen. Wir werden weiterhin permanent in Bewegung bleiben müssen. Unseren Mitarbeitern, welche unsere Basis für eine weitere gesunde Entwicklung bilden, möchte ich mein herzliches Dankeschön für ihr tägliches Engagement aussprechen.

Adrian Oehler
Präsident
INTEGRA Holding AG



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