Als ausführendes Organ der ORGU Stiftung ist es die Aufgabe der INTEGRA Holding AG
die Werte der INTEGRA Gruppe unter Wahrung des Stiftungszweckes aktiv und mit
Weitsicht weiterzuentwickeln.
Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt durch eine allgemeine Verunsicherung, hervorgerufen
durch die tiefe globale Rezession, welche gewisse Branchen mit voller Härte
getroffen hat. Meldungen von signifikanten, ja teilweise die Existenz bedrohenden
Umsatzeinbrüchen waren eine Weile lang beinahe an der Tagesordnung.
Entsprechend grosszügig lancierten Regierungen weltweit Konjunktur-Unterstützungsprogramme
in noch nie da gewesenen Grössenordnungen. Über den Sinn und vor allem
den nachhaltigen Effekt solcher Programme lässt sich streiten. Unbestrittene Tatsache ist
jedoch, dass diese Programme einmal auslaufen und die Realwirtschaft dann ohne
Unterstützung wieder Tritt finden muss. Die durch diese Programme zusätzlich beschleunigten
gigantischen Staatsverschuldungen werden uns noch lange beschäftigen.
So besitzen China und Japan per Ende 2009 US Treasury Securities im Wert von über
1'600 Milliarden USD. Die Zahl von Industriestaaten mit schlechteren wirtschaftlichen
und finanziellen Aussichten und grösserer Verletzbarkeit als die diverser Schwellenländer
steigt rasant an – ein Phänomen, das man noch vor wenigen Jahren wohl als unrealistisch
einschätzte. Soll eine grössere Inflation vermieden werden, so ist es unumgänglich,
dass die Unsummen von Mitteln, welche weltweit in das System gepumpt worden sind,
auch wieder abgezogen werden. Gleichzeitig müssen die Staaten ihren Haushalt sanieren.
Dies hat im letzten Jahr zu einem Frontalangriff gleich von mehreren Seiten auf das
Bankgeheimnis der Schweiz geführt. Dass dabei mit äusserst harten Bandagen gekämpft
wird, ist spätestens dann offensichtlich geworden, als sich der Deutsche Staat durch den
Kauf gestohlener Bankdaten zur Hehlerei hat verleiten lassen.
Die Notwendigkeit einzelner Staaten, ihre Haushalte zu sanieren, darf jedoch nicht den
Anfang einer neuen Form von Protektionismus darstellen. So gibt es leider Anzeichen
dafür, dass Regierungen versuchen werden, ihre eigenen Volkswirtschaften durch neuartige
Formen von Handelshemmnissen vermehrt wieder zu schützen. Dies dürfte jedoch
langfristig zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Volkswirtschaften
und damit zu einer weiter beschleunigten Verlagerung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse
zu Lasten der heute führenden hin zu aufstrebenden Nationen führen.
So verstricken sich die Politik, aber auch Unternehmen mehr und mehr in kurzfristig
orientierte Aktionen, anstelle dass sie für nachhaltige und langfristige Konzepte besorgt
wären. Die Ursachen dieser Krise werden dabei nicht systematisch angegangen, dabei
wäre hier gerade die internationale Politik gefragt. Der Ruf nach neuen globalen
Regelmechanismen für die Wirtschaft kommt daher nicht von ungefähr.
Aber auch auf nationaler Ebene wäre die Politik gefordert. Die Bewusstseinsförderung
der wahren Stärken unseres Landes und darauf aufbauend die Schaffung von nachhaltigen
und freien marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine ausgewogene wirtschaftliche
und soziale Struktur wären hilfreich, um unserer Volkswirtschaft wieder ein
gesünderes Gleichgewicht zu verschaffen. Die Abhängigkeit vom Dienstleistungssektor
in unserem Land muss reduziert, und zukunftsträchtige Technologien, welche auch eine
reale und nachhaltige Wertschöpfung bringen, müssen gezielt gefördert werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Weltwirtschaft nach dieser Krise weiterentwickeln
wird. Die Kombination einer dringend notwendigen Reduktion der Schuldenlast vieler
Volkswirtschaften und einer zukünftig wohl restriktiveren Geldpolitik wird über eine nicht
abschätzbare Zeit ihre Spuren in der realen Wirtschaft hinterlassen.
Die INTEGRA Gruppe als Ganzes ist von der Krise jedoch mehr oder weniger verschont
geblieben. So dürfen wir mit Zufriedenheit auf das vergangene Jahr zurückblicken.
Die erste Wohnbauetappe am IntegraSquare in Wallisellen konnte ohne grössere
Probleme abgeschlossen werden. Sämtliche 153 Wohnungen konnten an die Mieterübergeben werden. Damit ist sechs Jahre nach Beginn der Umnutzung des Areals in
Wallisellen die zweite Realisierungsphase des IntegraSquare abgeschlossen.
Mit der Übernahme der VIAFLO Corporation in den USA konnten wir uns einerseits den
strategisch wichtigen direkten Zugang zum US Markt sichern aber auch eine komplette
Palette von innovativen Liquid Handling Geräten ins Sortiment aufnehmen, welche das
bestehende Portfolio von INTEGRA Biosciences komplementär ergänzen. Die beiden
Firmen ergänzen sich dabei ideal. Im Berichtsjahr konnte der Umsatz in den USA signifikant
gesteigert und ein konjunkturbedingter Umsatzrückgang in den anderen Regionen
kompensiert werden. Da sich der US Markt nach wie vor im Aufbau befindet, konnte die
INTEGRA Biosciences Gruppe dieses Jahr jedoch keinen Gewinn erwirtschaften.
Um unsere Gesellschaft in Indien besser auf den Markt auszurichten und die
Zugehörigkeit zur INTEGRA Gruppe besser zu kommunizieren, wurde die Gesellschaft
per Anfang Jahr in INTEGRA India Group Co. Ltd. umbenannt. Die in den vergangenen
Jahren eingeleiteten Massnahmen für ein beschleunigtes Wachstum beginnen erste
Früchte zu zeigen. Entsprechend konnte die Betriebsleistung um über 40% und der
Gewinn um 60 % gesteigert werden.
Sowohl die Aquametro Gruppe, wie auch die SIGNAL AG konnten im Berichtsjahr ihre
gute Marktposition halten und weiter ausbauen.
Die INTEGRA Gruppe konnte ohne Berücksichtigung der Übernahme der VIAFLO ihren
Umsatz, wie auch ihre Wertschöpfung konstant halten. Konsolidiert ist der Betriebsgewinn
I um 10 % leicht gesunken. Entsprechend hat sich der Reingewinn vor Minderheiten
um 9 % auf CHF 5,6 Mio. reduziert.
Auch wenn die Konjunkturdaten wieder Anlass zu Hoffnung geben, blicken wir erst vorsichtig
optimistisch in die Zukunft. Das Gröbste mag wohl überstanden sein, doch wie
nachhaltig der momentane Aufschwung ist, wird uns erst die Zukunft zeigen. Auch in den
kommenden Jahren werden wir nicht darum herum kommen, unsere strategischen
Hausaufgaben zu machen und unsere Kosten weiterhin im Griff zu halten.
Ich bin überzeugt davon, dass wir gut für die Zukunft positioniert sind, auch wenn in den
nächsten Jahren neue, heute noch unbekannte Herausforderungen auf uns zukommen
werden. So wird von uns allen eine grösstmögliche Flexibilität abverlangt werden, kombiniert
mit einem gemeinsamen Streben nach Erfolg durch Leistung. Unseren
Mitarbeitern, welche die Basis für die weitere gesunde Entwicklung bilden, möchte ich
mein herzliches Dankeschön für ihr tägliches Engagement aussprechen.
Adrian Oehler
Präsident
INTEGRA Holding AG
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