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Editorial

Die INTEGRA Holding AG ist eine Beteiligungsgesellschaft, welche zu mindestens 80 % von der ORGU Stiftung mit Sitz in Sarnen, Kanton Obwalden, gehalten wird. Der Stiftungszweck hält im Wesentlichen fest:

● Die Unabhängigkeit der INTEGRA Holding AG ist sicherzustellen.
● Die erarbeiteten Gewinne sind in innovative Unternehmen zu    reinvestieren.


Adrian Oehler, Präsident des Verwaltungsrates

 

Als ausführendes Organ der ORGU Stiftung ist es die Aufgabe der INTEGRA Holding AG die Werte der INTEGRA Gruppe unter Wahrung des Stiftungszweckes aktiv und mit Weitsicht weiterzuentwickeln.

Das abgelaufene Geschäftsjahr war geprägt durch eine allgemeine Verunsicherung, hervorgerufen durch die tiefe globale Rezession, welche gewisse Branchen mit voller Härte getroffen hat. Meldungen von signifikanten, ja teilweise die Existenz bedrohenden Umsatzeinbrüchen waren eine Weile lang beinahe an der Tagesordnung.

Entsprechend grosszügig lancierten Regierungen weltweit Konjunktur-Unterstützungsprogramme in noch nie da gewesenen Grössenordnungen. Über den Sinn und vor allem den nachhaltigen Effekt solcher Programme lässt sich streiten. Unbestrittene Tatsache ist jedoch, dass diese Programme einmal auslaufen und die Realwirtschaft dann ohne Unterstützung wieder Tritt finden muss. Die durch diese Programme zusätzlich beschleunigten gigantischen Staatsverschuldungen werden uns noch lange beschäftigen. So besitzen China und Japan per Ende 2009 US Treasury Securities im Wert von über 1'600 Milliarden USD. Die Zahl von Industriestaaten mit schlechteren wirtschaftlichen und finanziellen Aussichten und grösserer Verletzbarkeit als die diverser Schwellenländer steigt rasant an – ein Phänomen, das man noch vor wenigen Jahren wohl als unrealistisch einschätzte. Soll eine grössere Inflation vermieden werden, so ist es unumgänglich, dass die Unsummen von Mitteln, welche weltweit in das System gepumpt worden sind, auch wieder abgezogen werden. Gleichzeitig müssen die Staaten ihren Haushalt sanieren. Dies hat im letzten Jahr zu einem Frontalangriff gleich von mehreren Seiten auf das Bankgeheimnis der Schweiz geführt. Dass dabei mit äusserst harten Bandagen gekämpft wird, ist spätestens dann offensichtlich geworden, als sich der Deutsche Staat durch den Kauf gestohlener Bankdaten zur Hehlerei hat verleiten lassen.

Die Notwendigkeit einzelner Staaten, ihre Haushalte zu sanieren, darf jedoch nicht den Anfang einer neuen Form von Protektionismus darstellen. So gibt es leider Anzeichen dafür, dass Regierungen versuchen werden, ihre eigenen Volkswirtschaften durch neuartige Formen von Handelshemmnissen vermehrt wieder zu schützen. Dies dürfte jedoch langfristig zu einer Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit dieser Volkswirtschaften und damit zu einer weiter beschleunigten Verlagerung der wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse zu Lasten der heute führenden hin zu aufstrebenden Nationen führen.

So verstricken sich die Politik, aber auch Unternehmen mehr und mehr in kurzfristig orientierte Aktionen, anstelle dass sie für nachhaltige und langfristige Konzepte besorgt wären. Die Ursachen dieser Krise werden dabei nicht systematisch angegangen, dabei wäre hier gerade die internationale Politik gefragt. Der Ruf nach neuen globalen Regelmechanismen für die Wirtschaft kommt daher nicht von ungefähr. Aber auch auf nationaler Ebene wäre die Politik gefordert. Die Bewusstseinsförderung der wahren Stärken unseres Landes und darauf aufbauend die Schaffung von nachhaltigen und freien marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine ausgewogene wirtschaftliche und soziale Struktur wären hilfreich, um unserer Volkswirtschaft wieder ein gesünderes Gleichgewicht zu verschaffen. Die Abhängigkeit vom Dienstleistungssektor in unserem Land muss reduziert, und zukunftsträchtige Technologien, welche auch eine reale und nachhaltige Wertschöpfung bringen, müssen gezielt gefördert werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Weltwirtschaft nach dieser Krise weiterentwickeln wird. Die Kombination einer dringend notwendigen Reduktion der Schuldenlast vieler Volkswirtschaften und einer zukünftig wohl restriktiveren Geldpolitik wird über eine nicht abschätzbare Zeit ihre Spuren in der realen Wirtschaft hinterlassen.


Die INTEGRA Gruppe als Ganzes ist von der Krise jedoch mehr oder weniger verschont geblieben. So dürfen wir mit Zufriedenheit auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Die erste Wohnbauetappe am IntegraSquare in Wallisellen konnte ohne grössere Probleme abgeschlossen werden. Sämtliche 153 Wohnungen konnten an die Mieterübergeben werden. Damit ist sechs Jahre nach Beginn der Umnutzung des Areals in Wallisellen die zweite Realisierungsphase des IntegraSquare abgeschlossen.

Mit der Übernahme der VIAFLO Corporation in den USA konnten wir uns einerseits den strategisch wichtigen direkten Zugang zum US Markt sichern aber auch eine komplette Palette von innovativen Liquid Handling Geräten ins Sortiment aufnehmen, welche das bestehende Portfolio von INTEGRA Biosciences komplementär ergänzen. Die beiden Firmen ergänzen sich dabei ideal. Im Berichtsjahr konnte der Umsatz in den USA signifikant gesteigert und ein konjunkturbedingter Umsatzrückgang in den anderen Regionen kompensiert werden. Da sich der US Markt nach wie vor im Aufbau befindet, konnte die INTEGRA Biosciences Gruppe dieses Jahr jedoch keinen Gewinn erwirtschaften.

Um unsere Gesellschaft in Indien besser auf den Markt auszurichten und die Zugehörigkeit zur INTEGRA Gruppe besser zu kommunizieren, wurde die Gesellschaft per Anfang Jahr in INTEGRA India Group Co. Ltd. umbenannt. Die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Massnahmen für ein beschleunigtes Wachstum beginnen erste Früchte zu zeigen. Entsprechend konnte die Betriebsleistung um über 40% und der Gewinn um 60 % gesteigert werden.

Sowohl die Aquametro Gruppe, wie auch die SIGNAL AG konnten im Berichtsjahr ihre gute Marktposition halten und weiter ausbauen.

Die INTEGRA Gruppe konnte ohne Berücksichtigung der Übernahme der VIAFLO ihren Umsatz, wie auch ihre Wertschöpfung konstant halten. Konsolidiert ist der Betriebsgewinn I um 10 % leicht gesunken. Entsprechend hat sich der Reingewinn vor Minderheiten um 9 % auf CHF 5,6 Mio. reduziert.

Auch wenn die Konjunkturdaten wieder Anlass zu Hoffnung geben, blicken wir erst vorsichtig optimistisch in die Zukunft. Das Gröbste mag wohl überstanden sein, doch wie nachhaltig der momentane Aufschwung ist, wird uns erst die Zukunft zeigen. Auch in den kommenden Jahren werden wir nicht darum herum kommen, unsere strategischen Hausaufgaben zu machen und unsere Kosten weiterhin im Griff zu halten.

Ich bin überzeugt davon, dass wir gut für die Zukunft positioniert sind, auch wenn in den nächsten Jahren neue, heute noch unbekannte Herausforderungen auf uns zukommen werden. So wird von uns allen eine grösstmögliche Flexibilität abverlangt werden, kombiniert mit einem gemeinsamen Streben nach Erfolg durch Leistung. Unseren Mitarbeitern, welche die Basis für die weitere gesunde Entwicklung bilden, möchte ich mein herzliches Dankeschön für ihr tägliches Engagement aussprechen.

Adrian Oehler
Präsident
INTEGRA Holding AG



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