Als ausführendes Organ der ORGU Stiftung ist es die Aufgabe der INTEGRA Holding
AG, die Werte der INTEGRA Gruppe unter Wahrung des Stiftungszweckes aktiv und
mit Weitsicht weiterzuentwickeln. Die Möglichkeit, Unternehmen mit einer langfristigen
Perspektive weiter-zuentwickeln, ist einer der vielen Vorteile einer Unternehmensgruppe,
welche im Besitz einer Stiftung ist. Unternehmen mit dem Charakter einer
Familienunternehmung sind meist konservativer finanziert und somit nur indirekt vom
Kapitalmarkt abhängig. Entscheidungen werden mit der Perspektive der Stetigkeit und
Nachhaltigkeit gefällt. Kurzfristige Maximierungen, wie sie von den Akteuren des
Kapitalmarktes gefordert werden, sind hier nicht gefragt. Es darf durchaus davon ausgegangen
werden, dass die gegenwärtige Krise von historischem Ausmass durch ein
längerfristigeres Denken aller Entscheidungsträger mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht
entstanden wäre. Leider scheinen vor allem die Akteure des Kapitalmarktes vergessen
zu haben, dass es als Intermediäre deren primäre Aufgabe ist, Kapital, respektive
Investoren und Unternehmen miteinander zusammenzubringen. Vielmehr hat sich
diese ursprüngliche Dienstleistung zu einer regelrechten Industrie der Finanzbranche
mit einer immer grösser werdenden Eigendynamik entwickelt. Dies hat nicht nur zur
Entstehung einer Unmenge von strukturierten, immer komplexeren und damit, selbst
für die Finanzwelt, zunehmend untransparenteren Produkten geführt, sondern auch
dazu, dass der ursprüngliche Geschäftszweck der Banken zunehmend der eigennützigen
Gier nach kurzfristigen Gewinnen weichen musste.
Von dieser Entwicklung profitierten nicht nur die Teilnehmer des Kapitalmarktes, sondern
auch Industriefirmen durch neuartige Finanzierungsformen. Investitionen und
Konsum von Haushalten, welche nur durch eine grosszügige Kreditgewährung möglich
gemacht wurden, haben das Wachstum weiter angekurbelt. In der Folge wurden nicht
nur Schuldenberge angehäuft, sondern auch Überkapazitäten in grossem Masse
geschaffen, welche nun nicht mehr ausgelastet werden können. Das durch die Bankenund
Kreditkrise ausgelöste Versiegen der globalen Finanzierungsflüsse, zusammen mit
der immer stärker werdenden weltweiten Vernetzung führen nun dazu, dass das erste
Mal seit dem Zweiten Weltkrieg die globale Wirtschaft in eine gravierende Krise hineingezogen
wird. Die Regierungen auf der ganzen Welt versuchen deshalb, mit Unmengen
von billigstem Geld und Staatsinterventionen die Krise zu bekämpfen. Dabei werden
in erster Linie die Symptome eines Systemfehlers mit dessen Ursache – billigem
Geld im Übermass – bekämpft. Dies wird möglicherweise langfristig zu weiteren
gravierenden Problemen wie Inflation und Verhinderung einer leider notwendigen
Strukturbereinigung führen. Zusätzlich erhöhen neue, wohl gut gemeinte, jedoch die
Ziele komplett verfehlende Rechnungslegungsstandards, die Volatilität. Alle diese
Faktoren führen zu grossen Unsicherheiten für die Zukunft.
Das abgelaufene Geschäftsjahr war für die INTEGRA Gruppe trotz diversen
Herausforderungen wie die hohen Rohmaterialpreise der ersten drei Quartale, grossen
Schwankungen der Fremdwährungen und weiteren Einflussgrössen sehr erfolgreich.
Die Arbeiten an der ersten Wohnbauetappe am IntegraSquare in Wallisellen sind weit
vorangeschritten. Wo sich Anfangs 2007 noch alte Bauten und Schrebergärten befanden,
werden wir im April 2009 die ersten 48 Wohnungen den Mietern übergeben können.
Das Design der Wohnungen sowie das interessante Preis-Leistungsverhältnis finden
am Markt guten Anklang, so dass Ende des Berichtsjahres bereits rund 80% der
Wohnungen vermietet waren. Nachdem wir seit einigen Jahren bereits aktiv Einfluss
auf die strategische Weiterentwicklung der INTEGRA Hindustan Control Ltd. genommen
haben, konnten wir im Berichtsjahr von unserem Joint Venture Partner ABB India
deren Anteile und damit die Mehrheit an der INTEGRA Hindustan übernehmen. In den
nächsten Jahren werden wir sie aktiv aus- und zu unserem Standbein in Indien aufbauen.
Es ist unsere Absicht, mit anderen schweizerischen Unternehmen Technologieund
Vermarktungspartnerschaften einzugehen. Wir sind der Überzeugung, dass dieser
Markt langfristig über ein enormes Wachstumspotential verfügt. Die Firma ist gut aufgestellt,
um mittelfristig eine grosse Bedeutung in unserer Gruppe zu erhalten. Ebenfalls
sind wir im Berichtsjahr eine strategische Partnerschaft mit der Viaflo Inc. in den
USA eingegangen. Die Viaflo übernimmt neu für die INTEGRA Biosciences AG den
Vertrieb in den USA und die INTEGRA Biosciences wird die Vermarktung der Produkte
der Viaflo in Europa übernehmen. Damit erhalten wir nicht nur Zugang zu einer
Direktvertriebsorganisation in den USA, sondern auch zu einer zu unserem Sortiment
komplementären, innovativen und kompletten Produktpalette inklusive Verbrauchsmaterialien.
Wir sind der Überzeugung, dass wir sowohl die INTEGRA Biosciences AG
wie auch die Viaflo Inc. damit strategisch werden stärken können. Die bereits in den
letzten Jahren stark forcierte Internationalisierung der Aquametro haben wir ebenfalls
konsequent fortgesetzt. Erneut wurde in neue Produkte und in den internationalen
Vertrieb investiert. So hat die Aquametro das erste Mal die Umsatzgrenze von CHF
50 Mio. überschritten. Dabei wurden 56% des Umsatzes im internationalen Markt
erwirtschaftet, wobei im 2003 der Exportanteil lediglich rund 40% betrug. Auch bei
der SIGNAL AG konnten wir unsere Marktposition in der Schweiz weiter festigen.
Das vergangene Jahr konnte die INTEGRA Gruppe sodann erneut erfolgreich abschliessen.
Alle unsere industriellen Beteiligungen konnten ein ansprechendes Umsatzwachstum
bei konstanter Profitabilität erwirtschaften. Der Umsatz stieg um 16,3% auf 121,5
Mio. Franken. Der Betriebsgewinn I konnte um 9,6% auf CHF 20,5 Mio. gesteigert
werden. Aufgrund der globalen Konjunkturentwicklung wird das Jahr 2009, auch wenn
wir gut positioniert sind, eine grosse Herausforderung für uns alle sein. Die Krise wird
auch an uns nicht spurlos vorbeiziehen. Wir sind allerdings überzeugt, dass wir in den
letzten Jahren unsere Hausaufgaben gemacht haben und uns in einer guten Ausgangslage
befinden, um diese Krise gut zu bewältigen. Mit Ausnahme der INTEGRA
Immobilien AG sind alle unsere Unternehmen vollkommen eigenständig finanziert.
Know-how, welches wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, werden wir, auch falls
dies zu einer kurzfristigen Gewinnreduktion führen sollte, weiterhin einsetzen, um
unsere Marktposition in allen Bereichen langfristig zu stärken. Dabei sind vor allem
unsere Mitarbeiter auf allen Stufen angesprochen. Ohne deren täglichen engagierten
und motivierten Einsatz würden wir nicht da stehen, wo wir heute sind. Deshalb
möchte ich allen ein herzliches Dankeschön aussprechen.
Adrian Oehler
Präsident
INTEGRA Holding AG
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