Als ausführendes Organ der ORGU Stiftung ist es die Aufgabe der INTEGRA Holding AG,
die Werte der INTEGRA Gruppe unter Wahrung des Stiftungszweckes aktiv und mit
Weitsicht weiterzuentwickeln.
Mit grosser Freude dürfen wir auf das abgelaufene Geschäftsjahr zurückblicken. Nur ein
Jahr nach der grossen weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise konnte die INTEGRA
Gruppe das beste Ergebnis ihrer jüngeren Geschichte erzielen.
Die INTEGRA Gruppe steht dabei nicht alleine da. Viele Firmen haben in der Krise die
Chance genutzt, ihre Strukturen zu bereinigen und sich für die unmittelbare Zukunft fit zu
trimmen.
Trotz weit verbreiteter Rekordresultate ist es jedoch nicht angebracht, in eine Euphorie
auszubrechen. Diverse nur schwer beeinflussbare Faktoren bringen immer schwerer kalkulierbare
Risiken mit sich. Dies als Resultat der durch die moderne Informations- und
Kommunikationstechnologie erst ermöglichten Globalisierung. Durch diese können neue
Wachstumsmärkte, Lieferantenquellen oder gar Technologien in anderen Regionen und
Märkten, zu welchen wir eigentlich keine natürliche Affinität haben, erschlossen werden.
Der Einfluss von nicht direkt beeinflussbaren Chancen, aber auch Risikofaktoren mit einer
eigenen Dynamik, nimmt entsprechend zu. Diese Kombination macht ein äusserst flexibles
und permanentes Anpassen der Unternehmungen an die gegebenen Umstände
immer wichtiger. Die Ansprüche an das Management nehmen als Folge davon laufend
zu. Es wird immer wichtiger, die langfristige strategische Planung während der
Umsetzung permanent kritisch zu hinterfragen. Fehlende Wachsamkeit oder ein kurzes
Innehalten können rasch zu kritischen Situationen oder entgangenen Chancen führen.
Durch die fortschreitende weltweite Vernetzung werden vermeintlich lokale
Geschehnisse, wie der Vulkanausbruch in Island, schnell zu einem globalen Ereignis. So
wurde während Tagen der gesamte europäische Flugverkehr, aufgrund einer sich über
Europa ausbreitenden Vulkan-Aschewolke, lahm gelegt. Die Folgen davon waren allerdings
weit über Europa hinaus zu spüren. So mussten zum Beispiel diverse Firmen ihre
Produktionen vorübergehend einstellen, da durch die Lahmlegung der Flugverbindungen
auch die Logistikketten unterbrochen wurden und der Nachschub von kritischen
Komponenten versiegte. Der Einfluss dieses Ereignisses war zum Glück nur von vorübergehender
Bedeutung. Anders verhält es sich jedoch mit Naturkatastrophen wie den
Erdbeben in Haiti und der Sintflut, welche in Pakistan eine Fläche so gross wie die
Schweiz, Österreich und Belgien kombiniert überschwemmt hat. Sie können ganze
Regionen auf lange Frist komplett verändern. Es dürfte auch heute noch nicht abzuschätzen
sein wie lange es dauert, bis sich Pakistan oder Haiti von diesen Ereignissen
erholt haben werden. Bei solchen Katastrophen sind die internationale Gemeinschaft,
aber auch die Wirtschaft schlicht weg überfordert. Die Statistiken der grossen Versicherer
zeigen, dass solche Ereignisse in den letzten Jahren immer mehr zugenommen haben.
Es dürfte somit eine Frage der Zeit sein, bis solche Geschehnisse Regionen von globaler
wirtschaftlicher Bedeutung heimsuchen.
Nebst durch die Menschheit nicht beeinflussbaren Faktoren, führen politische
Entwicklungen zu mindestens so schwer berechen- und kontrollierbaren Entwicklungen.
Grosse Verwerfungen an den Geld- und Kapitalmärkten haben uns dies deutlich aufgezeigt.
Der Kurszerfall des Euro wie auch des US Dollars, respektive der anhaltend starke
Schweizerfranken, sind für die Schweizer Wirtschaft alles andere als förderlich. Nicht nur
werden unsere Produkte in den Exportländern absolut teurer, sie werden auch gegenüber
der Produkte unserer Konkurrenten aus den USA und Europa relativ teurer. Es ist
kaum anzunehmen, dass diese Entwicklung nur von kurzer Dauer ist. Sowohl die USA
wie auch Europa dürften kein Interesse an wieder erstarkten Währungen haben.
Schwache Währungen helfen die Wirtschaft anzukurbeln und vereinfachen durch die
Inflation den Abbau der erdrückenden Schuldenlast. Es muss also davon ausgegangen
werden, dass die Herausforderungen in den nächsten Jahren auch für uns zunehmen
werden.
Dank dem, dass wir schon vor der grossen Krise unsere Strukturen angepasst und auf
die Zukunft ausgerichtet haben, konnten wir das letzte Jahr mit einem Rekordergebnis
abschliessen. So konnte die konsolidierte Betriebsleistung um 13 % auf CHF 137,0 Mio.,
der EBIT gar um 77 % auf CHF 19,6 Mio. gesteigert werden. Zu diesem Ergebnis haben
mit Ausnahme der INTEGRA Indien alle unsere Unternehmen beigetragen. Besonders
grosse Freude haben uns die Aquametro Gruppe wie auch die INTEGRA Biosciences
Gruppe gemacht. Beide Firmen konnten mit 15 % resp. 30 % ihre Betriebsleistung überdurchschnittlich
steigern. Dieses Wachstum wurde beinahe ausschliesslich im Ausland
erzielt. Doch auch die SIGNAL AG, welche kaum international tätig ist, konnte die
Betriebsleistung um über 5 % steigern. Die INTEGRA Biosciences Gruppe schaffte es,
das erste Jahr nach der Fusion mit der VIAFLO klar über den hochgesteckten
Erwartungen abzuschliessen.
Enttäuschend hat sich einzig die INTEGRA Indien entwickelt, die es leider nicht schaffte,
an die erfreuliche Entwicklung der Vorjahre anzuknüpfen und die ambitiösen Ziele verfehlt
hat. Die Betriebsleistung hat lediglich unterdurchschnittlich zugenommen. Operative
Verluste haben uns gezwungen, kurzfristige Korrekturmassnahmen einzuleiten. Trotz der
ernüchternden Resultate sind wir ungebrochen optimistisch, was das Wachstumspotential
in diesem Land betrifft. Gegen Ende des Jahres konnten langwierige Verhandlungen
zur Übernahme der Aktienmehrheit der Schlafhorst Engineering India erfolgreich abgeschlossen
werden. Mit dieser Übernahme haben wir uns in dieser aufstrebenden Region
strategische Land- und Produktionsreserven in grossen Massen erschlossen.
Ich bin überzeugt davon, dass wir für die Zukunft gut positioniert sind. Neue, jedoch noch
unbekannte Herausforderungen werden uns in den kommenden Jahren beinahe mit
Sicherheit beschäftigen. Wir werden weiterhin permanent in Bewegung bleiben müssen.
Unseren Mitarbeitern, welche unsere Basis für eine weitere gesunde Entwicklung bilden,
möchte ich mein herzliches Dankeschön für ihr tägliches Engagement aussprechen.
Adrian Oehler
Präsident
INTEGRA Holding AG
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